IVW-Imkerbrief 2020-04

Corona-Kommunikation im Verein + Auswintern + Keine Stammtische und Pflegetage + Völkerbörse weiter aktiv + Schwarmfänger gesucht + Konto- und Anschriftenänderungen bitte melden + Corona-Quarantäne: „Honigmacher als Zeitvertreib + Bis auf weiteres keine Termine +

Mitten im Monat einen Imkerbrief – auch wir haben auf die Corona-Pandemie reagiert und alle Veranstaltungen, die Bildungsarbeit und die Führungen auf Eis gelegt. Da bis auf weiteres auch keine Imker-Stammtische stattfinden und damit die monatliche Aus- und Fortbildung entfällt, werden wir die aktuellen Informationen auf (hoffentlich) virenfreiem E-Mail-Weg öfter als üblich verteilen. Hinzu kommt, dass der Frühling mit Vehemenz voranschreitet (wir sind fast drei Wochen früher als in den letzten Jahren) und deshalb brauchen unsere Bienenvölker besondere Beachtung.

Am Bienenstock
Frühlingszeit ist Bienenzeit! In den nächsten Tagen meldet der Wetterbericht Temperaturen bis 18 Grad! Jetzt gilt es, die Bienen auszuwintern und da ist einiges zu beachten.
Zuerst einmal ein Tipp: Nehmen Sie sich Zeit und einen Stuhl. Setzen Sie sich zu Ihren Bienen und genießen sie das Summen und Brummen. Beobachten Sie die Bienen, wie sie dicht bepackt mit Pollen das Flugloch ansteuern. Das tut nicht nur der Seele gut und entspannt ganz herrlich, sondern lässt auch einige wichtige Schlüsse zum Zustand des Volkes zu.

Jetzt ist es an der Zeit, das Mäusegitter zu entfernen, den Boden zu reinigen und nach dem Futtervorrat zu sehen. Wie wir bei unseren Revisionen der Völker sehen konnten, bringen die Bienen bei uns in Wiesbaden neben Pollen auch reichlich Nektar. Das Blütenangebot steigt angesichts der frühlingshaften Temperaturen täglich, aber es kann auch noch einmal kalt werden. Vier Kilo Vorrat (zwei volle Waben) sollte also im Stock vorhanden sein – der Rest an Futter, dunkle „Briketts“ und (verschimmelte) Randwaben werden entfernt. Wir ersetzen sie mit hellen Leerwaben, die wir am Bienensitz platzieren, um Brutraum zu schaffen. Das Brutnest wird – wenn nötig – in die Mitte gerückt.

Bei der Frühjahrsinspektion schauen wir auch nach der Weiselrichtigkeit und dem Gesundheitszustand des Volkes. Ist Brut in allen Stadien zu sehen? Wenn nicht, ist das Volk eventuell ohne Königin. In diesem Fall sollte man es mit einem Volk mit Königin vereinigen. (Siehe: https://www.bienenundnatur.de/fachthemen/imker-fragen-experten/weiselloses-volk-im-fruehjahr-%C2%96-was-tun/). (Aber Obacht: Wenn das Volk bereits Drohnenbrütig ist, kann ein gesundes Volk mit Königin, auf das man die Drohnenbrütigen aufsetzt ebenfalls seine Königin verlieren.)
Sind die Bienen nicht richtig aktiv, das Volk sehr schwach oder die Rähmchen stark verkotet – dann sollte man einen unserer Imkerberater oder Bienensachverständigen zu Rate ziehen (bsv@imkerverein-wiesbaden.de bzw. imkerberater@imkerverein-wiesbaden.de ).

Völker, die zweizargig überwintert haben, werden auf eine Zarge eingeengt. Wer im Herbst keine Wabenerneuerung vorgenommen hat, kann das jetzt machen und die untere Zarge entfernen. (Wer im Herbst bereits die Wabenerneuerung gemacht hat, muss die Völker jetzt nicht auf eine Zarge reduzieren!.)
Zu Beginn der Kirschblüte – das kann, so die Obstbauer, bei uns schon in einer Woche sein! – wird bei starken Völkern (mehr als sechs Rähmchen besetzt) der zweite Brutraum wieder aufgesetzt. Er hat einen Kern von zwei bis drei ausgeschleuderten Honigwaben. Relativ dicht an das Brutnest wird ein Drohnenrahmen gesetzt. Der Rest wird mit Mittelwänden aufgefüllt, damit die Bienen bauen können.

Ganz ausführlich wird die Frühjahrsdurchsicht im Infobrief der Bienen-Institute 3/2018 beschrieben. Über diesen Link kommt man direkt dort hin: http://www.apis-ev.de/files/infobriefe/Infobriefe_2018/Infobrief_2018_03.pdf.

Bis auf weiteres keine Stammtische und Pflegetage
Wegen der Corona-Pandemie setzen wir die Themenstammtische zunächst bis zum Ende der Sommerferien 2020 aus. Auch die Pflegetage im Aukamm müssen erst einmal abgesagt werden. Neue Termine geben wir rechtzeitig bekannt.

Völkerbörse
In den letzten Tagen konnten wir über unsere Völkerbörse eine ganze Reihe von Käufern und Verkäufern zusammenbringen und den aktuellen Bedarf unserer Vereinsmitglieder decken. Im Moment haben wir noch einige Verkaufsangebote vorliegen, so dass niemand Bienen über das Internet oder aus Timbuktu beziehen muss. Für die über die Börse angebotenen Völker liegen Gesundheitszeugnisse vor. Die Börse wird auch weiterhin aktiv bleiben. Kaufwünsche oder Angebote bitte einfach per Mail an vorstand@imkerverein-wiesbaden.de.
Zur Erinnerung: Gesundheitszeugnisse werden nur benötigt, wenn Völker aus oder nach Wiesbaden gebracht werden. Innerhalb der Stadtgrenzen können Völker frei verstellt werden. Achtung: Der neue Standplatz muss innerhalb einer Woche dem Veterinäramt gemeldet werden: veterinaeramt@Wiesbaden.de.

Schwarmfänger gesucht
Spätestens im Mai ziehen sie wieder durch die Stadt: Bienenschwärme, die eine neue Behausung suchen. Wer noch als Schwarmfänger aktiv werden möchte, kann sich beim Vorstand melden (vorstand@imkerverein-wiesbaden.de) . Voraussetzung: Übernahme des Schwarmfänger-Telefons für eine Woche. Die Reaktionszeit sollte nicht viel länger als zwei Stunden sein. In dieser Zeit sollte an Ort und Stelle geprüft werden, ob es sich tatsächlich um einen Bienenschwarm handelt und ob dieser geborgen werden kann. Wer sich schon gemeldet hat, muss die Meldung nicht erneuern. Wir beginnen mit dem Schwarmtelefon voraussichtlich ab Mitte April.

Konto- und Anschriftenveränderungen zeitnah melden
Auch in diesem Jahr sind beim Einzug der Mitgliedsbeiträge wieder eine ganze Reihe von Abbuchungen „geplatzt“. Das ist mehr als ärgerlich, denn zum einen fehlen uns natürlich die Gelder, mit denen wir die satzungsgemäßen Aufgaben des Vereins finanzieren, zum anderen bereiten uns die Fehlbuchungen jede Menge Arbeit: Die Mitglieder müssen einzeln angeschrieben und der Vorgang dokumentiert werden. Das kostet Zeit, Stornogebühren sowie Porto und verursacht auch jede Menge Frust bei uns im Vorstand.
Mit dem Vermerk „Empfänger unbekannt“ sind auch mehr als zehn Einladungsbriefe zur Jahreshauptversammlung zurückgekommen, weil uns nach einem Umzug die neue Anschrift nicht mitgeteilt wurde. Die Ermittlung der neuen Anschrift ist ein Riesenaufwand, der sich vermeiden lässt, wenn uns die neue Anschrift mitgeteilt wird. Bei der Gelegenheit weisen wir darauf hin, dass in unserer Satzung vorgesehen ist, Mitglieder aus unserem Verein auszuschließen, wenn trotz zweifacher Mahnung der Mitgliedsbeitrag nicht gezahlt wurde. In diesem Fall endet auch der Versicherungsschutz!

Langeweile wegen Corona-Isolation? „Die Honigmacher“ vertreiben die Zeit
Langeweile, weil die direkten sozialen Kontakte im Moment eingefroren sind, um die Ansteckungsgefahr durch den Corona-Virus zu minimieren? Kein Problem! Da lässt sich doch das Bienen- und Imkerwissen erweitern! Beispielsweise, in dem man die niegelnagelneue Homepage der „Honigmacher“ besucht. Das macht –auch wenn die Seite im Moment noch eine Baustelle ist – nicht nur Spaß, sondern bringt auch jede Menge neue Erkenntnisse. Corona hat auch ihre guten Seiten!

Termine:
Vereins-Termine gibt es auf absehbare Zeit keine.

Bitte bleiben Sie gesund. Vermeiden Sie direkte Kontakte (auch zu anderen Imkern!) und denken Sie daran, dass wir mit unserem Handeln dazu beitragen können, dass Alte, Schwache und Kranke gut und gesund durch die nächsten Wochen kommen.

Unser Rat: Nutzen Sie die Zeit für Ihre Bienen. Die sind nämlich nicht ansteckend         ;-)))))))))))))))))))

Der Vorstand