IVW-Imkerbrief 2020-03

Klimawandel + Futterverbrauch + Tipps zum Auswintern + Totenschau + Völkerbörse + Jahreshauptversammlung +Neues Vereinslokal +Gesundheitszeugnisse + Schwarmfänger gesucht + Nächster Stammtisch: Imkerei und Klimawandel + Termine

Liebe Imkerinnen und Imker,

vor einigen Tagen waren wir bei einer Info-Veranstaltung, die von den Imkervereinen Hochtaunus, Frankfurt, Main-Taunus und Wiesbaden gemeinsam ins Leben gerufen wurde. Motto: „Klimawandel und Imkerei“. Ein spannendes Thema, denn die Referentinnen und Referenten vom Deutschen Wetterdienst und vom Bieneninstitut in Kirchhain haben uns deutlich vor Augen geführt, dass sich unsere Umwelt verändern wird – in welchem Ausmaß hängt davon ab, ob die Menschheit es schafft, die Erderwärmung zu stoppen und zu begrenzen. Klar ist aber, dass wir uns in der Betreuung der Bienen von bisherigen Standards verabschieden werden müssen. In den Bieneninstituten finden intensive Forschungen statt, um uns Handlungsempfehlungen an die Hand zu geben. Da liegt noch viel Arbeit vor den Wissenschaftlern. Auf alle Fälle ist das Thema Klimawandel, den wir ja gerade mit dem ausgefallenen Winter und bisher viel zu warmem Frühjahr vor Augen geführt bekommen, bei uns im Vorstand angekommen und wir werden darüber auch in einem der nächsten Stammtische reden.

Wenn wir uns die Phänologische Uhr ansehen, die ja die Jahreszeiten anhand des Blühbeginns von bestimmten Pflanzen definiert, wird deutlich: Der Winter wird immer kürzer, der Frühling früher…
… und das bekommen unsere Bienen im Moment gerade zu spüren.

Am Bienenstand
Allergiker spüren die fliegenden Pollen von Hasel und Erle – und unsere Bienen fliegen bereits eifrig. Sie bringen bei Flugwetter dicke Pollenhöschen – sichere Zeichen dafür, dass die Königin das Brutgeschäft aufgenommen hat. Da draußen das Nahrungsangebot noch sehr dürftig ist, brauchen die Völker Futter. Viel Futter, denn die Brut will gewärmt und gefüttert werden. Da heißt es aufpassen! Nicht so sehr die Ableger sondern gerade die starken Völker mit vielen Bienen und wachsenden Brutflächen sind gefährdet!

Die Grafik der Stockwaage aus dem Trachnet zeigt: Der Futtervorrat nimmt rasant ab. Im Moment liegt er bei bis zu rund 500 Gramm je Woche – Tendenz steigend, denn die Brutflächen werden größer.
Wie der Futtervorrat ermittelt werden kann, haben wir im Imkerbrief 2-2020 beschrieben.
Wer keine eigenen Futterwaben mehr hat, die er einem unterversorgten Volk an den Bienensitz dazu hängen kann, kann sich auch mit Fondant (invertierter Zucker) helfen. Fondant gibt es beim Bäckereigroßhandel (BÄKO Wiesbaden, Telefon 0611 69050) im „Blauen Eimer“ zu 15 Kilo. Die Paste sollte auf die Folie in Portionen zu 500 Gramm gelegt werden. Die Folie an einer Ecke umschlagen, damit die Bienen die Leckerei erreichen können. Eine kleine Honigspur weist ihnen den Weg.

Ab Mitte /Ende März, wenn die Temperatur sich der 20-Grad-Marke nähert, kann auch mit dem Auswintern der Völker begonnen werden.

Tipps zum Auswintern und für die Frühjahrsrevision:
Zeitraum: Salweide – Löwenzahnblüte zu Beginn der Löwenzahnblüte. Durchsicht nur bei warmem, sonnigem Flugwetter!

(Angaben für zweizargige Völker – in Klammern: Angaben für einzargige Völker)
1.        Prüfen, ob eine fruchtbare Königin  (Eier + Brut in allen Stadien, ausreichendes Brutnest) vorhanden ist.
2.       Volkstärke einschätzen, ideal sind mindestens 15 bienenbesetzte Waben, (8-10);
3.       Falls im Herbst nicht erfolgt; Wabenerneuerung vornehmen, Boden säubern und Bienensitz korrigieren (Brutnest mittig);
4.       7 {5} kg Futterreserve bis Trachtbeginn erforderlich, (andernfalls Futterwaben einhängen bzw. Notfütterung)
Platz für Bruterweiterung schaffen – Eventuell überflüssige Futterwaben entfernen
5.       laufende Pollenversorgung sicherstellen (Frühblüher in der Nähe?)

6.       Flugloch erweitern
7.       Ende März: Baurahmen geben

Totenschau
Glaubt man der Fachpresse und ersten Meldungen aus Hessen, muss in diesem Jahr mit verstärkten Völkerverlusten gerechnet werden. Die Ursachen sind sehr unterschiedlich: Varroa, Bienenkrankheiten, zu schwache Einwinterung, zu wenig Futter… Für jeden Imker ist es aber wichtig zu wissen, woran seine Völker gestorben sind, denn nur dann kann er zukünftige Verluste vermeiden. Deshalb bieten wir auch in diesem Jahr wieder den Praxistag „Totenschau“ an, bei dem erfahrene Imkerberater die Völker in Augenschein nehmen, um die Todesursache zu erkunden und Tipps für die Vermeidung von zukünftigen Verlusten zu geben.
Die „Totenschau“ im Imkerverein Wiesbaden findet am
Samstag, 7. März, 10.30 Uhr im Bienenpark „Aukamm“
statt. Für die Teilnahme am Praxistag ist eine Anmeldung erforderlich. Bitte melden Sie sich mit Angabe ob max. ein totes Volk mitgebracht wird über 
imkerberater@imkerverein-wiesbaden.dean. Bitte parken Sie in der Aukammallee. Die Zufahrt zum Vereinsgelände ist auf Grund der Regenfälle nicht befahrbar!

Völkerbörse
Sie möchten Völker verkaufen oder erwerben? Dann lassen Sie bitte die Finger von „Paketbienen“, die jetzt im Internet angeboten werden!!! Zum einen kommen diese Bienen nicht immer aus unzweifelhaften Quellen – im schlimmsten Fall werden Parasiten, Schädlinge und Krankheiten mitgeliefert. Und in manchen Fällen könnte es sich auch um Hehlerware, also Diebesgut, handeln. Kaufen Sie nur Bienen von Imkern, die Ihnen bekannt und an das hier herrschende Klima angepasst sind!!! Deshalb helfen wir beim Ver- und Ankauf.
Und so geht es:
1. Verkäufer schreiben an vorstand@imkerverein-wiesbaden.de eine Mail mit folgenden Angaben:
Name, Anschrift, Mail- und Telefonkontakt sowie Anzahl der zu verkaufenden Völker.
2. Käufer schreiben an vorstand@imkerverein-wiesbaden.de mit folgenden Angaben:
Name, Anschrift, Mail- und Telefonkontakt, sowie Anzahl der Völker, die erworben werden sollen.
Wir stellen den Kontakt zwischen Verkäufer und Käufer her.
Zur Orientierung: In den vergangenen Jahren hat sich bei uns ein Preis von 15 Euro je dicht besetztes Rähmchen im weiselrichtigen Volk eingependelt.

Aus dem Verein:

Jahreshauptversammlung.
Am 18. Februar fand in Delkenheim die diesjährige Mitgliederversammlung statt. Bei den turnusmäßigen Wahlen wurden Siggi Schneider als 1. Vorsitzender und Manfred Hirt als Schriftführer einstimmig von dem außerordentlich gut besuchten Gremium wiedergewählt. Auch Herbert Schneider und Johannes Wolf wurden mit den Stimmen der rund 60 Anwesenden als weitere Vorstandsmitglieder bestätigt. Neu im Vorstand ist Jürgen Vorbeck. Er wird das Leitungsteam verstärken und sich vor allem um die Bildungsarbeit kümmern. Einen Bericht zur Jahreshauptversammlung und den Bericht des Vorstandes finden Sie auf der Homepage www.imkerverein-wiesbaden.de.

Neues Vereinslokal
Viele Jahre waren wir im Restaurant „Maestral“ in Erbenheim zu Gast und haben uns dort wohl gefühlt. Wirtin Rada und ihr Team haben uns bestens versorgt und waren gute Gastgeber. Aber die Räumlichkeiten wurden in der Folge der stetig steigenden Mitgliederzahlen zu klein.
Wir waren deshalb gezwungen, uns nach einer neuen Versammlungsstätte umzusehen und haben diese in Delkenheim im Gasthaus „Zum Adler“, Landwehrstraße 3, gefunden. Ab sofort werden die regelmäßigen Stammtische dort stattfinden. Wir danken dem Team von „Maestral“ und unserer Wirtin Rada für die Gastfreundschaft und sind Karin und Timo Leifermann dankbar für die Bereitstellung der Räumlichkeiten und einen guten Service.

Gesundheitszeugnisse
Wer Völker verkauft oder mit seinen Bienen wandern will, braucht ein Gesundheitszeugnis. Dies wird durch das Veterinäramt ausgestellt, nachdem vom Bienensachverständigen die Völker begutachtet wurden. Beim Besuch auf dem Bienenstand und der Untersuchung der Völker wird auch eine Futterkranzprobe entnommen, die auf Sporen der Amerikanischen Faulbrut (AFB) getestet wird. Ist die Probe unauffällig und werden keine Krankheitszeichen entdeckt, stellt das Veterinäramt das Gesundheitszeugnis aus. Grundsätzlich sollte bei jedem Völkerkauf ein Gesundheitszeugnis verlangt werden! Wer wandert muss es vor der Verstellung der Völker dem Veterinäramt vorlegen, in dessen Bereich der neue Standort liegt.
Wer ein Gesundheitszeugnis braucht, schreibt bitte eine Mail an bsv@imkerverein-wiesbaden.de.

Schwarmfänger gesucht
Auch in diesem Jahr werden wir wieder einen „Schwarm-Notruf“ betreiben – ein Mobiltelefon, das immer eine Woche an Imker vergeben wird, die bereit sind, Bienenschwärme zu bergen. Wer sich als Schwarmfänger betätigen will, muss sich bereit erklären, eine Woche lang nach einem Anruf kurzfristig die Situation vor Ort zu klären und – wenn ohne Gefahr für den Imker möglich (!) – den Schwarm zu bergen. Das Schwarmtelefon, dessen Nummer über die Tageszeitungen sowie unsere Homepage bekanntgemacht wird und auch bei den Notrufzentralen der Polizei und der Feuerwehr hinterlegt ist, wird vom 1. April bis 1. Juli betrieben.
Wer mitmachen will, meldet sich bitte unter Angabe der gewünschten Zeit unter vorstand@imkerverein-wiesbaden.de

Termine:

Samstag, 7. März, 10.30 Uhr
Totenschau im Bienenpark Aukamm

Dienstag, 10. März, 19 Uhr, Gasthaus „zum Adler“, Landwehrstraße 25, Delkenheim
Vereinsöffentliche Vorstandssitzung – Mitglieder willkommen!

Dienstag, 17. März, 19 Uhr, Gasthaus „Zum Adler“, Landwehrstraße 3, 65205 Delkenheim:
Imkerstammtisch – Thema: Klimawandel und Imkerei

Wir freuen uns mit Euch auf eine gute Saison
Der Vorstand