IVW-Imkerbrief 2019-7

Schwarmtelefon gut genutzt + Stände dem Veterinäramt melden + Mehr als 40 Hektar Blühfläche + Bienenlehrpfad 2.0 eingeweiht + Standangebote +

Liebe Imkerinnen und Imker,


Juni ist Imkers Erntezeit. Die meisten von uns haben in den letzten Tagen die Honigräume zum ersten Mal in diesem Jahr geleert. Wie erwartet, liegen die geernteten Mengen deutlich unter dem Schnitt der letzten Jahre. Frühtracht und Raps waren für unsere Bienen auf Grund der Witterungseinflüsse nur begrenzt erreichbar. Hinzu kam, dass es nach dem Kälteeinbruch im März zu Bruteinbrüchen kam und die Königinnen nur sehr langsam wieder mit der Eiablage begonnen haben. Aber so ist das eben – am Wetter kann keiner etwas machen.

Schwarmtelefon gut genutzt
Interessant war, dass es in diesem Jahr viele Bienenschwärme im Stadtgebiet gab. Auch hier ist das Wetter ein wichtiger Faktor: Weil die Bienen nicht ausfliegen konnten, war es in den Stöcken eng und so haben die Immen Weiselzellen angesetzt. Langeweile ist auch für uns Menschen nicht schön – da kommen sie auf dumme Gedanken…
Bewährt hat sich wieder das Schwarmtelefon, das der Vorstand betreut hat. Viele Schwärme wurden gemeldet, wenn auch nicht jede Traube geborgen werden konnte, weil sie zu hoch, an Hauswänden oder an unerreichbaren Stellen hingen. Auch der eine oder andere Fehlalarm war dabei – die Bienen waren schon weiter gewandert…
Johannes Wolf hat sich als „Schwarmfänger für schwierige Situationen“ erwiesen und mit zum Teil sehr kreativen Konstruktionen die wohnungssuchenden Bienen in die Beuten verfrachtet. Auch Petra Wander rückte aus, wenn das Telefon –an manchen Tagen mehrfach – klingelte. Mitgeholfen haben auch weitere Vereinsmitglieder, die sich als „Schwarmretter“ bei uns gemeldet haben. Dass der Bedarf für ein solches Telefon da ist, haben nicht nur an der Vielzahl der Anrufe gespürt, sondern auch, weil uns Anrufe aus Mainz, Niedernhausen, Groß-Gerau und aus Schlangenbad erreicht haben. Hier mussten wir leider passen und auf die örtlichen Imkervereine verweisen.
https://www.wiesbadener-kurier.de/lokales/wiesbaden/nachrichten-wiesbaden/imkerverein-richtet-telefon-fur-unerwunschte-bienenschwarme-ein_20088364

Dringend: Stände dem Veterinäramt melden!
Gerade haben wir einen Artikel im Weserkurier gelesen, dass in Bremen die Faulbrut ausgebrochen ist. Dort wurden in den letzten Tagen die klinischen Symptome dieser hoch ansteckenden Krankheit an festgestellt und weite Teile des Stadtgebiets zum Sperrbezirk erklärt.
Bremen ist weit – werden die meisten von uns sagen. Doch wer den dazu veröffentlichten Artikel liest, stellt Parallelen zu Wiesbaden fest: Auch dort ist die Bienendichte relativ hoch. Auch dort gibt es Imker, die aus gut gemeinter, aber falsch verstandener, Tierliebe die Bienen mit Honig füttern. Gekauft beim Discounter, aus EU- und Nicht-EU-Ländern. Garantiert mit Faulbrutsporen infiziert…
     Und genau wie in Bremen gibt es hunderte von Altglascontainern, in denen ungespülte Honiggläser liegen, die in der trachtarmen Zeit willkommene Futterquellen für unsere Bienen sind. Und genau wie dort wird es auch in Wiesbaden ein bis zweihundert Bienenstände geben, die dem Veterinäramt nicht gemeldet sind und im Falle eines Seuchenausbruchs permanente unbekannte Infektionsquellen sind. Klar, dass wir uns im Vorstand große Sorgen machen…

Die Ursachen des Ausbruchs sind noch nicht geklärt. Besondere Infektionsquellen könnten auch aufgelassene Bienenstände mit Altwaben sein. Wir haben einige solcher Stände in der letzten Zeit im Stadtgebiet entdeckt und dem Veterinäramt gemeldet, das dankenswerterweise schnell reagiert und die Räumung amtlich verfügt hat.
Vereinsmitglieder, die Kenntnis von solchen Ständen in Wiesbaden haben, werden gebeten, diese dem Vorstand mitzuteilen, damit in Zusammenarbeit mit dem Veterinäramt potentielle Infektionsquellen beseitigt werden können, bevor eine Seuche ausbricht.

Wir weisen aus gegebenem Anlass erneut darauf hin,

  1. Dass die Verbringung von Bienenvölkern aus dem Stadtgebiet heraus nur mit einem amtlichen Gesundheitszeugnis erfolgen darf. Innerhalb der Stadtgrenzen – und nur hier !!! – können Völker ohne Gesundheitszeugnis verstellt werden.
  2. Wenn Völker nach außerhalb verstellt werden, ist dies unverzüglich unter Vorlage des Gesundheitszeugnisses dem zuständigen Veterinäramt mit genauen Angaben zur Lage des Standes zu melden.
  3. Nach Wiesbaden einwandernde Imker müssen dem Veterinäramt unverzüglich ein Gesundheitszeugnis mit Angabe der Völkerzahl und des genauen Standortes vorlegen.
  4. 4.      Grundsätzlich sind, entsprechend der Bienenseuchenverordnung, alle Stände eines Imkers dem zuständigen Veterinäramt schriftlich formlos zu melden. Anzugeben sind: Namen des Imkers, Standort des Bienenstandes (möglichst mit GPS-Daten, wenn dies nicht möglich ist, genaue Angaben zur Lage), Anzahl der Völker.
    Die Meldung muss auch für solche Stände erfolgen, die sich in Gärten, umzäunten Grundstücken, auf Balkonen oder auf Hausdächern befinden. Nur wenn dem Veterinäramt alle Stände bekannt sind, kann im Fall einer Bienenseuche eine lokale effektive Sanierung erfolgen.
    Jeder nicht gemeldete Stand ist eine potentielle Infektionsquelle und damit eine Gefahr für alle Imkerinnen und Imker in Wiesbaden!!!

Wir bitten dringend darum, eventuell noch nicht gemeldete Stände dem Veterinäramt veterinaeramt@wiesbaden.de mitzuteilen. Jeder einzelne von uns hat die Verantwortung für die Bienengesundheit in Wiesbaden!
Ganz nebenbei: Zuwiderhandlungen können mit einem empfindlichen Bußgeld belegt werden.

Aus dem Verein:
Die Aktivitäten des Imkervereins Wiesbaden finden in den Medien eine große Resonanz.

Fünf Jahre „Bienen im Klassenzimmer“
An der Karl-Gärtner-Schule in Delkenheim konnten wir ein kleines Jubiläum feiern. Seit fünf Jahren gibt es dort das Projekt „Bienen im Klassenzimmer“, bei dem drei dritte Klassen mit Herbert und Siggi Schneider die Geheimnisse der Bienenwelt erforschen. Jede Klasse hat einen Schaukasten im Klassenzimmer, in dem die Kinder das Schlüpfen der Königin, den Bienentanz, die Brutpflege und auch den Wabenbau „live“ verfolgen konnten. Außerdem imkern die Kinder selbst, denn jede Klasse pflegt zwei Bienenstöcke. Der Honig wurde zusammen geschleudert und die Gläschen mit den handgemalten Etiketten beim Schulfest verkauft. Der Erlös bleibt an der Schule und dient zur Finanzierung besonderer Projekte.
Ermöglicht werden unsere Projekt und auch die sonstige Bildungsarbeit durch Mitgliedsbeiträge und Sponsoren

Hierzu zählen der Ortsbeirat, die Stadt, die Nassauische Sparkasse und weitere Förderer aus der Wirtschaft. Ihnen sagen wir auch auf diese Weise ein herzliches Dankeschön.

https://www.wiesbadener-kurier.de/lokales/wiesbaden/nachrichten-wiesbaden/drittklassler-der-karl-gartnerschule-sind-nun-imker_20212884


Weit mehr als 40 Hektar Blühflächen in Wiesbaden

Unsere Lobbyarbeit in den Ausschüssen, Dezernaten, Gremien und über die Medien zahlt sich aus: Landwirte, Jäger, Stadt und viele, viele Privatpersonen haben in diesem Sommer Blühflächen ausgesät. Rund um Wiesbaden waren große Schläge mit Bienenweide, Mohn, Senf und anderen Nektarspendern zu sehen. Mehr als 40 Hektar gehen auf das Konto der Bauern und Jäger. Auch im Innenstadtbereich tut sich vieles. Die erste große Rasenfläche wurde vom Grünflächenamt – auf unsere Anregung hin – in eine artenreiche Wiese umgewandelt. Weitere sollen folgen. Im Herbst werden wir auf dem Südfriedhof und anderen Friedhöfen auf nicht mehr genutzten Bestattungsflächen, Aussaaten vornehmen. Der Verein hat für mehr als 2.000 Euro regiozertifizierten Samen beschafft, den wir in einer gemeinsamen Aktion im Frühherbst in die Erde bringen werden.
Erfreulich war die Resonanz der Gärtnereien auf die von uns initiierte Aktion „Bienenfreundliche Blumenkästen“. Wir haben speziell gestaltetet Kärtchen verschickt, mit denen bienenfreundliche Pflanzen ausgezeichnet werden konnten. In einigen Gärtnereien wurden sogar Musterkästen ausgestellt, die reißenden Absatz fanden.

Bienenlehrpfad 2.0 im Apothekergarten eingeweiht
Traditionell beteiligt sich der Imkerverein am alljährlichen Apothekergartenfest im Aukamm. In diesem Jahr hatte wir einen besonderen Anlass, uns zu freuen: In einer kleinen Feierstunde wurde unser „Bienenlehrpfad 2.0“ unter Beteiligung vieler Gäste und Vereinsmitglieder eingeweiht.
Der Pfad ist in der Tat eine Besonderheit, denn er verbindet informative und optisch sehr schöne Stationen mit den Möglichkeiten des Internets. Über QR-Codes lassen sich zusätzliche Informationen aufs Handy oder den Laptop laden. Damit bieten wir Schulen und Interessierten die Möglichkeit, das Thema „Bienen“ im Unterricht oder zu Hause nachzuarbeiten. Links verweisen von einer attraktiven und moderen Homepage auf interessante Filme, Datenbanken oder auch zu wissenschaftlichen Arbeiten. In dieser innovativen Form haben wir mit unserem „Bienenlehrpfad 2.0“ sicherlich deutschlandweit die Nase ganz vorn.
Die künstlerisch gestalteten Ständer für die Info-Booklets sind übrigens aus Corten-Stahl gefertigt, der eine – zum Apothekergarten passende – schöne Patina ansetzt.
https://www.wiesbadener-kurier.de/lokales/wiesbaden/nachrichten-wiesbaden/wiesbadener-apothekergarten-hat-neuen-biebenlehrpfad_20220705

Unsere Pressemitteilung gibt es hier: https://www.imkerverein-wiesbaden.de/

Besonders bedanken wir uns bei allen Vereinsmitgliedern, die uns bei diesem Projekt geholfen haben. Aber auch den vielen Helferinnen und Helfern beim Apothekergartenfest sagen wir ein „Herzliches Dankeschön!“. Toll, dass wir eine so schöne Gemeinschaft sind!

Pflanzenmarkt sucht Imker
Der Kölle Pflanzenmarkt veranstaltet am Samstag, 13. Juli, ein Schmetterlings- und Bienenfest. Hierzu wird ein Imker gesucht, der dort einen Stand betreiben will.
Wer sich dafür interessiert kann ich direkt mit Florentine Wolf in Verbindung setzen.
Florentine.Wolf@pflanzen-koelle.de

Bitte sagt uns, wenn Ihr Euch beteiligt und wie wir Euch unterstützen können.

Standangebote
In den letzten Wochen wurden uns auch wieder sehr schöne Standangebote gemacht:
1.           Rambach, Am Diebesbaum.
               Helene Reiter,
               Tel.: 06122 / 14492, oder 0152 5343 1020
2.           Fort Biehler
               Ansprechpartner: Ronny Maritzen, ronny@maritzen.eu.
3.           Dotzheim, Hinter der Kleinannahmestelle

               Ansprechpartner ist Frau Schütz:  R.C.Schuetz@web.de
4.         Innenstadt, Bereich Irenenstraße
            wirmoellers@aol.com

Interessenten melden sich bitte direkt bei den Anbietern. Bitte sagt uns aber Bescheid, wenn Ihr ein Angebot annehmt – wir nehmen es dann aus unserer Liste.

IVW im Hessenfernsehen „Hallo Hessen“
Der Hessische Rundfunk hat in den letzten Monaten bereits mehrfach über Aktionen des Imkervereins Wiesbaden im Fernsehen berichtet.
Aktuell wurden wir nun eingeladen, am Freitag, 28. Juni, in die Sendung „Hallo Hessen“ zu kommen. Zusammen mit Jens Kölker werden wir Honig schleudern und ab 16 Uhr unseren Verein vorstellen. Wer noch nicht auf der Piste ist, um in Urlaub zu fahren, kann ja mal zugucken. Der Rest schaut einfach in der HR-Mediathek.

Wir wünschen Euch schöne Urlaubstage und freuen uns wieder über gut besuchte Stammtische nach der Ferienzeit

Der Vorstand