IVW-Imkerbrief 2019-5

Futterkontrollen durchführen + Gesundheitszeugnis + Imkertag in Bad Schwalbach + Phänologischer Kalender beachten + Keine Völker im Internet kaufen + Faulbrut in Hessen festgestellt +Gesundheitszeugnisse beantragen + Beuten kennzeichnen + Vereinsnachrichten und Termine

Liebe Imkerinnen und Imker,

der Winter ist vorbei – zumindest auf dem Kalender. Unsere Bienen im warmen Rhein-Main-Gebiet haben schon vor einigen Wochen das Ende der Ruhezeit eingeläutet und zum Teil erhebliche Brutflächen angelegt. Teilweise – so hat die Frühjahrsrevision unserer Völker in den letzten sehr warmen Tagen ergeben – schlüpfen bereits die ersten Sommerbienen und die Bienen haben bereits reichlich Pollen und ersten Nektar eingetragen.

Futterkontrollen durchführen
In nächster Zeit ist damit zu rechnen, dass das Wetter wieder umschlägt und kein Flugwetter herrschen wird. Das heißt, dass die Bienen an die Vorräte gehen müssen, um die wachsende Zahl der Maden zu ernähren. Zwei Kilo Futterverbrauch in der Woche ist keine Seltenheit. Deshalb richten wir jetzt unser Augenmerk auf die Versorgungslage unserer Völker. Acht Kilo sollten es noch sein, damit die Bienen die kritische Zeit der Durchlenzung überstehen. Völker mit weniger Futtervorrat werden intensiv beobachtet und eventuell nachgefüttert. Optimal sind Futterwaben, aber auch Futterteig – von oben angeboten – wird gerne abgenommen. Da die Nächte noch ziemlich kalt sind, haben wir unseren Völkern auch die Diagnosebretter eingeschoben, um den Bienen das Warmhalten der Brut zu erleichtern. Sobald es wärmer wird, werden wir die Bretter wieder entfernen.

Jetzt ist es an der Zeit, das Aufstocken der einzargigen Völker vorzubereiten und das Wabenmaterial zurichten, damit wir es rechtzeitig zur Verfügung haben. In jeder Zarge gibt es einen Kern von zwei bis drei Leerwaben aus dem Honigraum. Auf die Position acht kommt ein Drohnenrahmen. Den Rest füllen wir mit Mittelwänden auf, damit die Bienen ihrem Bautrieb nachgehen können. So gerüstet können wir dem Frühling gelassen entgegen sehen.

Phänologischen Kalender beachten
Der Zeitpunkt zum Aufsetzen der zweiten Zarge richtet sich nach der Entwicklung der Natur und dem Zustand der Völker. Ein guter Hinweis ist der phänologische Kalender, der die aktuelle Pflanzenentwicklung abbildet. Der Deutsche Wetterdienst dokumentiert dies auf folgender Seite: https://www.dwd.de/DE/fachnutzer/freizeitgaertner/2_pflanzenentwicklung/_node.html. Hier kann man den Blühbeginn der einzelnen Trachtpflanzen gut verfolgen. Bei uns in Wiesbaden, wurden an diesem Wochenende die ersten blühenden Sal-Weidenblüten gesichtet. Sie sind die wichtigste Nahrungsquelle im zeitigen Frühling und praktisch so etwas wie der „Bienen-kulinarische Startschuss“ in die neue Saison.
Aufgestockt werden die Völker etwa mit dem Beginn der Kirschblüte, wobei der Grundsatz gilt: Lieber etwas zu früh als zu spät, um dem Schwarmtrieb zu dämpfen.

Keine Völker aus dem Internet kaufen!
Wer im Winter Völkerverluste hatte oder jetzt seinen Bestand auffüllen will, sollte auf gar keinen Fall Völker im Internet kaufen. Interessenten wenden sich an den Vorstand. Wir führen entsprechende Listen und vermitteln Mitglieder, die gesunde und vitale Völker abgeben, welche auch an unser Klima angepasst sind. Anfragen bitte an Vorstand@imkerverein-wiesbaden.de. Auch Verkäufer können sich bei uns melden.

Erstmals wieder Faulbrut in Hessen
Nachdem über einen längeren Zeitraum die Faulbrut aus Hessen verschwunden war, wird ganz aktuell ein Ausbruch im Regierungsbezirk Kassel gemeldet. Wir nehmen das zum Anlass darauf hinzuweisen, dass zur Notfütterung im Frühjahr grundsätzlich ausschließlich Futterwaben aus der eigenen Imkerei oder von Imkereien zugesetzt werden sollen, die bekannt sind. Das Zufüttern von gekauftem Honig vom Discounter muss unbedingt vermieden werden, da gerade in vielen ausländischen Honigen Faulbrutsporen nachgewiesen werden. Besser ist es, Futterteig auf die Rähmchen zu geben. Als Futterteig lässt sich Fondant (Blauer Eimer!) verwenden, das über den Bäckerei-Einkauf (BÄKO-Rhein-Main, Hagenauer Straße 33, 65203 Wiesbaden) bezogen werden kann. Achtung: Das Fondant muss telefonisch vorbestellt werden (0611-69050). Nur Barzahlung möglich. Fondant enthält invertiertern Zucker, der von den Bienen gut verwertet werden kann. Gegeben werden immer nur kleine Mengen (500 Gramm) und nur so lange, bis die Bienen selbst Tracht eintragen.

Gesundheitszeugnisse
Imker, die jetzt Völker verkaufen oder kaufen möchten, sollten beachten, dass Gesundheitszeugnisse erforderlich sind, wenn die Völker nicht aus dem Stadtgebiet von Wiesbaden stammen. Werden Völker nach außerhalb verkauft oder solche von außerhalb gekauft, ist ein Gesundheitszeugnis zwingend notwendig. Gesundheitszeugnisse können bei der Bienensachverständigen Petra Wander unter bsv@imkerverein-wiesbaden.de bestellt werden. Bei dieser Gelegenheit machen wir darauf aufmerksam, dass die Gesundheitszeugnisse von gekauften Völkern von außerhalb dem Veterinäramt zusammen mit der Standortangabe gemeldet werden müssen.

Beuten kennzeichnen
Aus gegeben Anlass weisen wir darauf hin, dass die Besitzer von Bienenbeuten, die in der freien Landschaft ( nicht umzäunte Stellplätze) stehen, verpflichtet sind, diese dauerhaft mit Namen und einer Kontaktmöglichkeit zu versehen. Nur so ist es möglich, den Imker zu informieren, wenn zum Beispiel – wie jetzt gerade aktuell in Naurod – Vandalismus-Schäden durch Spaziergänger gemeldet werden und die Völker schnellstmöglich gerettet werden müssen.

Aus dem Verein:
Im Fokus: Totenschau
Auf großes Interesse ist unsere Praxisschulung „Totenschau“ bei unseren Mitgliedern gestoßen. Mehr als 20 Imkerinnen und Imker konnten am vergangenen Samstag im Bienen-Lehrpark „Aukamm“ zusammen mit den Imkerberatern und der Bienensachverständigen mehrere Völker untersuchen, die im Laufe des Winters eingegangen sind.
Dabei zeigte sich, wie wichtig die sorgfältige Varroa-Behandlung ist. Nur eines der untersuchten Völker war nicht von der Milbe befallen und daran zugrunde gegangen. Mangelnde Futterversorgung war die Ursache bei einem der Völker. Andererseits stellen wir mit Freude fest, dass die Winterverluste innerhalb des Vereins sich doch sehr in Grenzen halten. Die bisherigen Meldungen lassen hoffen, dass wir weit unter dem Landesdurchschnitt der vergangenen Jahre liegen. Wir sehen darin auch einen sichtbaren Erfolg unserer Bemühungen, durch koordinierte Behandlungsstrategien und eine intensive Beratung unserer Mitglieder den Milbenbefall im Verein deutlich zu senken.

Termine:
Vereinsöffentliche Vorstandssitzung
Der Vorstand trifft sich am Dienstag, 12. März, um 19 Uhr, in der Landwehrstraße 25. Vereinsmitglieder sind willkommen.

Stammtisch
Am Dienstag, 19. März, um 10 Uhr treffen wir uns wieder zum turnusmäßigen Stammtisch in unserer Vereinsgaststätte „Maestral“, am Sportplatz Erbenheim.
Thema ist die „Auswinterung“.

Sonnige Vorfrühlingstage

Der Vorstand

da immer wieder Fragen aufkommen, wann ein Gesundheitszeugnis für die Völker notwendig wird, hat unsere Bienensachverständige (BSV) Petra Wander einmal alle Informationen übersichtlich zusammengetragen.
Angesichts der relativ großen Bienendichte in Wiesbaden ist die Bienengesundheit ein Thema, das einen hohen Stellenwert haben muss. Wir bitten deshalb dringend, die Vorschriften der Bienenseuchenverordnung und die Hinweise der BSV zu beachten.

Bei dieser Gelegenheit machen wir auch auf den Hessischen Imkertag aufmerksam, der am Sonntag, 24. März, in Bad Schwalbach im Kurhaus stattfindet.

Besonders weisen wir auf die beiden Fachvorträge hin: Um 11 Uhr spricht Dr. Claudia Garrido, Gründerin von Beesafe, Leverkusen, zum Thema „Kenne Deine Feinde!“. Sie beschäftigt sich mit den vielen Gefahren, die unseren Bienen bedrohen.
Spannend ist sicherlich auch der Vortrag von Prof. Dr. Werner Kunz, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, der sich mit dem Thema Landwirtschaft und Insektenschutz auseinander setzt.

Der Eintritt zum Hessischen Imkertag kostet fünf Euro und berechtigt auch zum Besuch der Imkereibedarf-Verkaufsausstellung. Der Imkerverein Bad Schwalbach freut sich über einen regen Besuch.

Der Vorstand